Über den norwegischen Unternehmer

Bag’in-Gründer Kåre Normann Sekkesæter empfiehlt, mit anderen über Ideen zu sprechen.

«Sie werden nie Erfolg haben, wenn Sie sich nicht trauen, sich von anderen helfen zu lassen, um Ihre Ideen zu entwickeln.»

Angefangen hat alles Ostern 2016, als er nach dem Winter seine Hütte in Hvaler für den Sommer fertig machen wollte. Gemeinsam mit seiner Schwiegermutter betrachtete Kåre die Gartenmöbel, die er sechs Monate zuvor in eine Plane gehüllt hatte. Die Plane war weggeflogen und nur ein paar Seile waren noch dor

„Wir dachten, wir hätten unsere Möbel im Herbst gut verstaut, aber die Konstruktion hat nicht gehalten. Ich habe mir überlegt, dass es eine bessere Lösung geben muss. Auf dem Markt war aber nichts zu finden, so dass ich eine eigene Idee entwickelte, um Gartenmöbel während des Winters zu verstauen und zu schützen, ohne dass sie beschädigt werden“ sagt Kåre.

Gemeinsam mit seiner Schwiegermutter schmiedete er einen Plan. Kåre kaufte Materialien und seine Schwiegermutter nähte den ersten Prototypen. Nach dem Testen des Prototyps mit den Gartenmöbeln der Nachbarn war die Reaktion sofort positiv. Kåre klopfte dann an mehr als 100 Türen in der Nachbarschaft, um zu fragen, ob er ihre Gartenmöbel einpacken könnte. So bekam er einen Eindruck von den vielen verschieden Gartenmöbeln, die die Menschen besitzen und bemerkte, dass die Leute sein Produkt benötigen und auch bereit sind, Geld dafür auszugeben.

„Wenn die Leute sagen ‚Ich brauche auch eins‘, dann weißt du, dass deine Idee viel Potenzial hat!“

„Von den 120 Leuten, mit denen ich gesprochen habe, waren über 70 Prozent bereit, eine Tasche zu kaufen, ohne dass sie den Preis oder das Aussehen kannten. Ich habe dann gemerkt, dass das Produkt großes Potenzial besitzt.“

Kåre gründete ein Unternehmen und testete zwei Jahre lang verschiedene Materialien, Designs und Entwicklungen.

Ein gutes Team

Kåre wusste, dass die besten Unternehmen aus Teams bestehen, die sich in Sachen Erfahrung und Kompetenz ergänzen. 2017 kam Krister A. Pedersen an Bord. Anschließend arbeitete Krister als CFO bei XXL und bracht den Hintergrund mit, den das Unternehmen in den Bereichen Strategie, Kommerzialisierung und Internationalisierung benötigte.

Øivind Solgård-Jensen, ein Bekannter von Kåre, kannte sich sehr gut mit Design, Marketing und digitalen Lösungen aus.

„Was er über digitales Marketing, Werbung und Websites nicht weiß, muss man auch nicht wissen“, schmunzelt der Unternehmer.

Sowohl Krister als auch Øivind kauften sich in das Unternehmen ein und begannen aktiv am Produkt zusammen mit Kåre zu arbeiten.

„Ich habe immer gesagt, dass ich lieber einen Teil eines Unternehmens besitzen möchte, das groß wird, anstatt 100 Prozent von etwas zu besitzen, das nichts wird. Das ist auch der Fehler, den viele Unternehmer machen – sie haben Angst, Anteile abzugeben, obwohl das eine Möglichkeit ist, die richtigen Leute mit an Bord zu holen.“ 

– Kåre Normann Sekkesæter, Gründer 

Das Team hatte nun alles, um zu wachsen, die Produktpalette zu erweitern und international zu werden. Als Bag’in auf den Markt kam, löste es ein Problem, das viele Leute betrifft.

„Es war sowohl finanziell als auch persönlich eine harte Zeit, aber es hat auch Spaß gemacht.“ 

Zu Beginn des Entwicklungsprozesses kontaktierte Kåre das norwegische Amt für gewerblichen Rechtsschutz, um Tipps zu erhalten, was er tun kann, um seine Produkte zu schützen.
„Mir wurde sowohl beim Design-, Marken- und Patentschutz als auch beim Produktschutz im Ausland geholfen. Ohne die Hilfe des norwegischen Amtes für gewerblichen Rechtsschutz wären wir heute nicht da, wo wir sind.“ 

Anfangs wurde Kåre auch von Norges Vel unterstützt. Er stellte ihm ein Jahr lang Geld für den Lebensunterhalt zur Verfügung, Kåre an seiner Idee arbeiten konnte.

„Während der Zeit, in der wir an Bag´in gearbeitet haben, standen wir mit vielen verschiedenen Unternehmen in Kontakt, um die besten Ressourcen für die Produktion unseres Produkts zu finden. Wir waren uns sehr unsicher, ob wir die Produktion nach China auslagern sollten“ sagt Kåre. 

Über mehrere Tipps nahm Kåre Kontakt zu den Gründern von PramPack und Douchbag auf, die ihn bei der Produktion unterstützten.

„Wenn jemand erfolgreich ist, wird man kopiert. Daher ist es wichtig, eine Marke zu entwickeln, an die sich die Leute erinnern.“ – Kåre Normann Sekkesæter, Gründer 

Bag’in hat mittlerweile 20 Produkte im Portfolio.

„Wir haben mit der Lagerung von Gartenmöbeln angefangen, weil der Markt dafür riesig ist. Jetzt haben wir eine Tasche für Trampoline kreiert, in die Sie alle Trampolin-Teile packen können. Eine einfache und geniale Lösung für alle die nicht wissen, wie ihr Trampolin aufbewahren sollen.“ 

Das Bag’inTeam arbeitet kontinuierlich an der Marke, so dass die Leute sich an das Original erinnern. Kåre glaubt, dass seine Produkte einen Wert für seine Kunden haben – löst es ein Problem und ist der Kunde bereit, dafür zu bezahlen?

„Alles, was wir bei Bag’in machen, basiert auf dieser Philosophie: Wenn es einen Wert für den Kunden hat, hat es auch für uns einen Wert.“ 

Der Artikel ist mit Genehmigung des norwegischen Amtes für gewerbliches Eigentum abgedruckt worden